Peergroup - Unternehmen erstellen ihre GWÖ-Bilanz

 

Als erster Unternehmer in Winterthur hat Jürg Wülser mit seinem Malergeschäft im Jahre 2013 eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt (für den Berichtszeitraum 2012). In der Folge war er auch massgeblich daran beteiligt, dass sich Anfang 2017 in der aktiven Regionalgruppe Winterthur sechs Unternehmen zusammen gefunden haben – vorwiegend aus dem Bauhandwerk + ein Ingenieurbüro für Industrieautomation, um gemeinsam die neue Gemeinwohlbilanzierung durchzuführen. 

gemeinwohl-martix-50.png

Grafik: Die neue Gemeinwohl-Matrix 5.0 (2017) mit insgesamt 20 Kriterien für die fünf Berührungsgruppen und die 4 Werte (1) Menschenwürde, (2) Solidarität & Gerechtigkeit, (3) ökologische Nachhaltigkeit, (4) Transparenz & Mitentscheidung.

Für diesen Prozess konnte der erfahrene Berater Ralf Nacke (www.cmpartners.ch) gewonnen werden, der bereits 2015 in Luzern eine Peergroup zur Gemeinwohlbilanzerstellung geleitet hatte und in der Nachhaltigkeitsberatung (inkl. Organisationsentwicklung) von Unternehmen tätig ist. Neben ihm wirken auch Thomas Schanz als ausgebildeter CSR-Manager (Corporate Social Responsibility) und Harald Andrä (Architekt mit stark ökologischer Ausrichtung) in der Gruppe mit. 

Die sechs Unternehmen sind KMUs, haben zwischen 10 und 25 Mitarbeiter und erzielten im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz zwischen ca. 500 Tsd. Und 2 Mio. CHF. Sie berichten nach den Vorgaben für die Kompaktversion der Gemeinwohlbilanz 5.0 (Berichtszeitraum 2015/16).

Insgesamt sind 6 Termine im Monatsabstand zur Besprechung der Kriterien und zum Klären von Fragen angesetzt. Der jeweilige Stand der Berichte wird von Ralf Nacke als Berater und Leiter der Peergroup gesichtet und kommentiert sowie in der Gruppe zur Diskussion gestellt. Den Teilnehmern wird hierdurch ein Abgleich mit ihren eigenen Ergebnissen und Erkenntnissen ermöglicht. 

Der Dialog zwischen den Teilnehmern ist sehr wertvoll und zeigt u.a., dass bis zum fertigen Bericht ein (Bewusstseinsentwicklungs-) Prozess bei den Mitarbeitern stattfindet und dass es unterschiedliche Sichtweisen und Einstellungen zu den einzelnen Kriterien der Gemeinwohlbilanz gibt.

 

Teilnehmer der Peergruppe in Winterthur zur Erstellung der Gemeinwohlbilanz 5.0 am 22.09.2017 (4. Treffen)
 – jeweils von links nach rechts / linke Reihe: Stefan und Fabienne Gänsicke (Arbatherm), Alain von Ritter (Sotronik), Jürg Wülser (Malerei Wülser), Patric Grin (Arbatherm) – vor Kopf: Christian Stierlin (Holz am Bau) – rechte Reihe: Benjamin Hillmann (Ego Elektro), Franz Stutz (Arba Bioplan), Thomas Schanz, Ralf Nacke – Foto: Harald Andrä 

Für den 19. Jan. 2018 ist der letzte der sechs Termine geplant, zu dem die Berichte fertiggestellt sein sollen und in dem die Bewertung bei den Indikatoren/Kriterien untereinander erfolgen wird. Die Berichte werden dann noch einmal gegenseitig in der Gruppe verteilt und gegebenenfalls bis Anfang März kommentiert und ergänzt. Für Ende März 2018 ist eine Auditierung der Berichte vorgesehen. Anfang des 2. Quartal 2018 sollen die Berichte dann öffentlichkeitswirksam in einem gemeinsamen «Bilanzierungsfest» mit externen Gästen in Winterthur in der Gemeinschaft Hard präsentiert werden. Wir hoffen, dass sich für dieses Jahr dann eine weitere Peergruppe in Winterthur bilden wird, um den 6 Pionieren nachzueifern.

 

Thomas Schanz, Regionalgruppe Winterthur 12.12.2017