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Podiumsdiskussion „Finanzwesen in der Gemeinwohl-Wirtschaft“

Blogpost von daniela.von-pfuhlstein
SoWoFinanzwesen.jpgv.l.n.r.: Blanca Pohl, Dr. Daniel Sieben, Andrea Behm, Christian Felber, Maurice Attenberger, Dr. Marie-Luise Meinhold

Einige fürchten, die Komplexität des Finanzsystems weder durchschauen, noch das System mitgestalten zu können - und halten sich deshalb lieber davon fern. Außerdem: Über Geld spricht man nicht!

Ganz anders bei der Podiumsdiskussion „Finanzwesen in der Gemeinwohl-Wirtschaft“ zum Abschluss der GWÖ Sommerwoche 2018. Die fünf Diskussionsgäste präsentierten den etwa 70 Zuhörer*innen ein breites Themenspektrum und Ideen für ein gemeinwohl-orientiertes Geldsystem. Eine Auswahl: 

  • Für Maurice Attenberger(GLS Bank) muss Soziales und Ökologisches bei jeder Handlung im Vordergrund stehen.
  • Christian Felber (Initiator der Gemeinwohl-Ökonomie) sprach sich für eine verpflichtende Ethik-Prüfung von Banken und demokratische Geldkonvente aus.
  • Dr. Marie-Luise Meinhold (nachhaltige Versicherung ver.de) betonte u.a. die Notwendigkeit Geldströme umzulenken.
  • Blanca Pohl (Zahlencoach, Finanzcafès) setzt beim Menschen als soziales Wesen und dessen Potenzial an.
  • Dr. Daniel Sieben (Triodos Bank) sieht Nachhaltigkeitsbanken als systemrelevant und erinnerte an den ökologischen und sozialen Impact jeder ökonomischen Handlung. 

Trotz unterschiedlicher Herangehensweisen zeigte sich immer wieder der Wille zur Kooperation -  ganz im Sinne der Sommerwoche, die unter dem Motto „Kooperation leben“ stand.

Welche konkreten Handlungsempfehlungen gibt es nun? 

  • sich als Anleger*in das Recht nehmen anzustoßen, was mit dem eigenen Geld passiert
  • wieder Verantwortung für das Geld übernehmen und nicht blind den Banken überlassen
  • nachhaltige Finanzberater*in nehmen
  • Bankenwechsel hin zu ethischen Banken
  • Einsatz für eine verpflichtende ethische Kreditprüfung 
  • Bürgerbegehren initiieren um Geldströme zu ändern
  • lokale Währungen initiieren und nutzen
  • als Mitarbeitende die GWÖ ins Unternehmen bringen
  • Fragen stellen, hinhören, weitersagen
  • das große Know-How auf allen Ebenen der GWÖ-Bewegung nutzen
  • Bildung 

Die Wichtigkeit der Bildung wurde und wird immer wieder betont. Könnte also nicht ein Workshop „Finanzsystem“ in der ein oder anderen Regionalgruppe auf der Agenda stehen? Lasst uns besser doch über Geld sprechen!

Veronika Peschke, Koordinatorin Regionalgruppe München, aktiv im AK Bildung