Retrospektive auf „Regional Forum on Sustainable Development“ in Genf

AntjeChristian.jpgQuelle: Daniela von Pfuhlstein

Gemeinwohl-orientiertes Wirtschaften in der Praxis beim Outdoor-Ausrüster VAUDE

Ein Beitrag von Antje von Dewitz, Geschäftsführerin VAUDE Sport GmbH & Co. KG

Bei der Konferenz der UN-Wirtschaftskommission für Europa in Genf stellte ich, gemeinsam mit Christian Felber, die Gemeinwohl-Bilanz als ein Instrumentarium um wirksame Maßnahmen für globale ökologische und soziale Herausforderungen wie dem Klimawandel in Unternehmen zu etablieren, vor.

Nachhaltig wirtschaftende Unternehmen sind aufgrund höherer Kosten, zusätzlichem Aufwand und mehr Unsicherheit benachteiligt. Denn in unserem Wirtschaftssystem sind nachhaltige Lieferketten eine freiwillige Leistung. Unternehmen werden vor allem nach ihrem finanziellen Erfolg bewertet. Sie sollten jedoch auch daran gemessen werden, inwieweit sie Verantwortung für Mensch und Umwelt übernehmen und die wahren Kosten für ihre Produkte berücksichtigen.

Die GWÖ verfolgt genau den Ansatz mit dem Nachhaltigkeit systematisch in Unternehmen und Organisationen verankert werden kann. So könnte man beispielsweise die jeweilige erreichte Punktzahl der GWÖ-Bilanz an einen bestimmten Steuersatz koppeln. Konkret würde das bedeuten: Je nachhaltiger ein Unternehmen wirtschaftet, um so weniger Steuern und Abgaben muss es bezahlen.

Vaude hat bereits drei Mal eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt und optimiert das eigene Wirken stetig. Wir schauen hin und akzeptieren, dass wir durch unser Wirtschaften Mitverantwortung für aktuelle Herausforderungen tragen, und suchen nach Lösungen. Das macht uns innovativ und zukunftsorientiert. Wir, als Familienunternehmen, schneiden besser ab als der Durchschnitt der hart umkämpften Outdoor-Branche.

Wenn Unternehmen für den ökologischen und sozialen Schaden, den sie anrichten, zu Kasse gebeten würden, dann würden globale Herausforderungen wie die Klimaerwärmung sofort einen ganz anderen Stellenwert in unserer Welt erhalten. Wir freuen uns, dass der Ansatz der GWÖ auch in der Politik und der Wirtschaft immer mehr Zuspruch findet.

Die Organisatoren der Konferenz bedankten sich mit einer sehr positiven Resonanz: “You have left a very lasting impression and appeal to all that we need to do more. (…) Thank you for enriching us. On behalf of UN Environment, I want to thank you again for your participation in our roundtable! I felt your statement was a very needed Input.”