Gemeinden

Oberer_Vinschgau_Mals_01.jpgDie Gemeinden Mals, Laas, Latsch und Schlanders (Vintschgau, Südtirol) haben sich zur weltweit ersten Gemeinwohl-Region zusammengeschlossen.

Gemeinden und Gemeinwohl

Die Gemeinde ist die bürgernnäheste politische Ebene, und damit ein wichtiger wirtschaftlicher Akteur, der teilweise auch die Spielregeln für andere Akteure gestaltet. Die Gemeinwohl-Bilanz der Gemeinden und Regionen misst die „ethische Performance“ der eigenen wirtschaftlichen Aktivitäten, und wie sinnvoll eine Gemeinde/Region die Rahmenbedingungen dafür setzt und die Gesellschaft mit einbezieht.

Gemeinwohl-Gemeinde werden

Eine Gemeinde darf sich dann als Gemeinwohl-Gemeinde bezeichnen, wenn sie die Gemeinwohl-Bilanz mit einer Peer-Evaluierung oder einem externen Audit bestätigt hat. Der Gemeinwohlbeitrag einer Gemeinde wird je nach Umfang und Intensität in 7 Stufen („Sämchen“) dokumentiert.

Gemeinwohlbilanz

Die Gemeinwohlbilanz ist das „Herzstück“ der Gemeinwohl-Ökonomie. Sie stellt den Menschen und alle Lebewesen in den Mittelpunkt aller wirtschaftlichen und sozialen Tätigkeiten. Sie überträgt die heute schon gültigen Verfassungswerte auf die Gesellschaft, indem sie die Akteur*innen dafür belohnt, dass sie sich wertschätzend, kooperativ, solidarisch, ökologisch und demokratisch verhalten und organisieren. Zur Erstellung einer Gemeinwohl-Bilanz für die Gemeinde bzw. die Region wurde eine eigene Matrix inkl. Handbuch ausgearbeitet.

Die Schweizer Erweiterung der Gemeinwohl-Matrix

Im Schweizer Leitfaden sind die Themenfelder für sämtliche Berührungsgruppen ausformuliert, also auch für die Lieferanten und Finanzpartner. Auf Wunsch von Gemeindevertreter*innen ist Raum für andere Standards vorgesehen, damit diese unter dem Dach der GWÖ integriert werden können.

Integration der Unternehmen, Schulen und Familien/Einzelpersonen

Die Gemeinwohl-Gemeinde lädt alle in ihrem Gebiet ansässigen privaten Unternehmen, Schulen, Organisationen, Einzelpersonen und Familien ein, ihre eigene Gemeinwohl-Bilanz zu erstellen, und fördert sie nach Maßgabe ihrer Möglichkeiten.

Kommunaler Wirtschaftskonvent

In einem Kommunalen Wirtschaftskonvents ermitteln interessierte Bürger*innen die 20 wichtigsten Spielregeln, die das Wirtschafts-Geschehen rechtlich steuern sollen, teils auf kommunaler, teils auf Bundes- oder EU-Ebene. Die Gemeine ermöglicht und fördert diesen Konvent.

„Kommunaler Gemeinwohl-Index“ als Teil des „Kommunalen Wirtschaftskonvents“

Das Bruttoninlandsprodukt hat aufgrund seiner Eindimensionalität und der Nichterfassung des Wesentlichen, was ein gutes Leben für alle ausmacht, ausgedient. In einem partizipativen Prozess können die Gemeinde-Bürger*innen die 20 wichtigsten Bestandteile von „einem guten Leben für alle“ / Lebensqualität / Gemeinwohl definieren und in einen messbaren Index bringen.

Zusammenschluss zu einer „Gemeinwohl-Region“

Innerhalb eines Landkreises, Bezirks oder Bundeslandes (z. B. Mühlviertel, Vinschgau, Allgäu, Thurgau) können sich Gemeinwohl-Gemeinden das Ziel setzen, diesen zur „Gemeinwohl-Region“ zu machen und damit die Gemeinwohl-Ziele, welche nicht lokal umgesetzt werden können, auf regionaler Ebene zu verwirklichen.

Wo gibt es schon Gemeinwohl-Gemeinden?

Aus der Pionierphase stammen Berichte von vier Gemeinden aus dem Vinschgau/ Südtirol. In Spanien gibt es weitere Vorreiter. Die beiden Gemeinden Nenzing und Mäder (Vorarlberg, Österreich) haben als erste eine Gemeinwohl-Bilanz nach der neuen Matrix 1.2 erstellt und diese wurde auch extern auditiert.

Anfangs-Schritte in Richtung Gemeinwohl-Gemeinde

Weitere Gemeinden bzw. Regionen in Spanien, Österreich und Deutschland haben erste Schritte gemacht.

Mitgliedsbeitrag für Gemeinden

Der jährliche Mitglieds-Beitrag der Gemeinden honoriert die Gemeinwohl-Bewegung für die Erstellung des Handbuchs und der Matrix und unterstützt die Weiterentwicklung.

Detailinformationen für Gemeinden und Regionen