Ennepe-Ruhr-Wupper

"Wir sind dran". Neue Regeln für eine volle Welt!

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Der alte und neue Bericht des Club of Rome

1972 wurde der erste Bericht des Club of Rome "Grenzen des Wachstums" veröffentlicht, der eine Auflage von mehreren Millionen erzielte. Es wurde schon damals auf die natürlichen planetarischen Grenzen unseres Heimatplaneten hingewiesen, und beschrieben, dass Wachstum, so wie wir ihn gewohnt sind, mit all seinem Überfluss und Konsum in den reichen Ländern und gleichzeitig bitterer Armut und Arbeitslosigkeit in armen Ländern mit seinem ausgeprägten Nord-Süd-Gefälle wie auch der Schere zwischen Reich und Arm die Menschheit, die Biosphäre und den Planeten insgesamt gefährden. Seit 1970 ist aber der ökologische Fußabdruck der Menschheit noch einmal extrem angestiegen, so dass eigentlich 1.6 Planeten für unseren täglichen Verbrauch nötig wären, die jährlichen Treibhausgasemissionen haben sich seitdem fast verdoppelt und über 48% der tropischen und subtropischen Wälder wurden in dieser Zeit zerstört. Zudem hat sich die Weltbevölkerung auf nunmehr 7.9 Milliarden beinahe verdoppelt und manche Szenarien gehen im Jahr 2050 von einer Weltbevölkerung von 10 Milliarden Menschen aus. Auch wenn die Modelle, die zur Vorhersage verwandt wurden, von festen Parametern und statischen mathematischen Beziehungen ausgingen, wurde schon damals für spätestens 2100 Ressourcenknappheit vorhergesagt, insbesondere in Bezug auf fossile Energieträger und andere Rohstoffe, verbunden mit hoher Umweltverschmutzung, Hunger und Armut. Selbst wenn die damals verwendeten Modelle zu einfach waren, um eine sichere Vorhersage zu ermöglichen, konnten die Grundtrends praktisch bestätigt werden und es ist nur der Resilienz unseres Planeten zu verdanken, dass sich die Lage noch nicht dramatisch zuspitzt. Dies muss aber nicht ewig so weitergehen. Seit dieser Zeit hat sich nicht viel verändert in unseren Köpfen und Herzen. Der "Business as usual"-case führt uns jedoch, wenn wir Menschen nicht schnell genug auf die Veränderungen reagieren, geradewegs ins Verderben. In diesem Fall wurde der globale Kollaps vom Club of Rome bereits für 2030 vorhergesagt. Auch im neuen Bericht des Club of Rome "Wir sind dran. Was wir ändern müssen, wenn wir bleiben wollen" wird eine Bestandsaufnahme des Status Quo präsentiert und neben düsteren Zukunftsprognosen auch hoffnungmachende mögliche Lösungsalternativen aufgezeigt. Die Technologien für einen Wandel sind längst da. Jedoch ist dafür eine große Transformation in unserem Leben und in unseren Köpfen Bedingung. Einfach abzuwarten mit der Hoffnung die Technik und der Markt, die uns eigentlich erst in diese prekäre Lage gebracht haben, würden es in Zukunft schon richten, ist keine gute Option. Mit Recht wird auf sogenannte Kipppunkte hingewiesen, im Ökosystem, im Ozean und besonders im Klima, bei deren Überschreitung die Entwicklung in unkontrollierbare Richtungen derart rasant erfolgt, dass ein Umlenken und vernünftiges technologisches Eingreifen beinahe unmöglich gemacht werden. Im Moment stehen wir knapp vor einem solchen globalen Kipppunkt und wenn wir nicht zügig handeln, sehen die Zukunftsperspektiven für uns alle nicht gut aus.

Der Klimawandel und seine möglichen Auswirkungen

Wir befinden uns in der Ära des Anthropozäns. Der Mensch war in der Vergangenheit mehr und mehr in der Lage die Natur auf seine Weise zu zähmen und sich gefügig zu machen. Nun erfahren wir, dass die Natur mit ihren Mitteln zurückschlägt. Das fein austarierte Gleichgewicht zwischen O2, CO2 und NOx in unserer Atmosphäre verändert sich. Seit Ewigkeiten war der Kohlenstoff im Erdreich vergraben und dem Zugriff des Menschen entzogen. In Millionen von Jahren von Entwicklung auf unserem Planeten wurde der Atmosphäre Stück für Stück ein Teil ihres Kohlendioxids entzogen und in tiefen Erdschichten eingelagert, so dass die Lebensumstände für die Gattung Mensch immer besser wurden. Trotz episodischer Klimaschwankungen wie z.B. auf Grund von periodischen Eiszeiten, wurde das Leben in den vergangenen 10.000 Jahren für Menschen vielerorts immer günstiger. Durch die industrielle Revolution seit dem 17. und 18. Jahrhundert begann der Mensch aber in großem Ausmaß Kohle, Öl und Gas für seine Zwecke zu gebrauchen und sprichwörtlich in die Luft zu blasen. Die damit einhergehende Sättigung der Atmosphäre mit CO2 führt jedoch zwangsläufig zu klimatischen Veränderungen, da Kohlendioxid ein Treibhausgas ist und sich die Atmosphäre stetig weiter aufheizt, da die Sonnenstrahlen nicht, wie sonst üblich, ins Weltall, sondern zurück auf die Erdoberfläche gestreut werden. Hinzu kommen ozeanische Effekte. Der Ozean macht fast 70% der Erdoberfläche aus und ist ein immenser Wärmespeicher, übersäuert durch die Aufnahme von Kohlendioxid aus der Luft und gerät dabei ebenfalls aus dem Gleichgewicht. Mit dem Schwinden der Eiskappen an den Polen verschwinden zudem großflächige Reflektoren für Sonnenlicht, die eine weitere Erwärmung verhindern könnten. Durch das Abschmelzen von Eis im Meer steigt der Meeresspiegel deutlich an, da im Eis über den Landmassen wie z.B. der Antarktis große Mengen an Süßwasser gebunden sind. Durch das Aufheizen des Ozeans und der Luft besteht die Gefahr, dass außergewöhnliche Wetterphänomene im Atlantik und Pazifik wie Hurrikans, Zyklone, Wirbelstürme oder Monsunregen in ihrer Heftigkeit zunehmen, da viel Wasser durch Verdunstung in die Atmosphäre gelangt und zu gewaltigen Wolkenmassen führt, die heftig und schnell sich in kürzester Zeit in betroffenen Landstrichen abregnen. Kritische Wetterphänomene wie große Hitze und Dürre, aber auch Starkregen und Überschwemmungen nehmen zu, die eine geordnete Landwirtschaft erschweren und damit die Ernährung einer immer weiter wachsenden Bevölkerung in Frage stellen, viele Gebiete auf der Erde unbewohnbar machen, als auch allgemein uns Menschen große körperliche Anstrengungen im normalen täglichen Leben abverlangen könnten. Schlimmstenfalls werden im Zuge dieser Entwicklung bestimmte Kipppunkte überschritten wie z.B. das Auftauen der Permafrostböden in der Tundra, die bisher in der Lage waren, sehr viel Methan im gefrorenen Boden zu speichern oder im Eis eingeschlossene Methanlagerstätten am Meeresgrund, so dass bei fortschreitender Erwärmung viel Methan unkontrolliert in die Atmosphäre gelangen könnte. Da Methan ein sehr viel stärkeres Treibhausgas darstellt als Kohlendioxid, wird dadurch die Erderwärmung noch einmal rasant beschleunigt. Auch das Zusammenbrechen des Golfstroms zwischen dem Golf von Mexico und dem Nordatlantik ist möglich, wenn durch Abschmelzen von Eis an den Polkappen sich die Dichte des Meereswassers, als auch in Folge einer allgemeinen Temperaturerhöhung sich das Gleichgewicht zwischen kalten und warmen Wassermassen ändert. Bisher sorgt der Golfstrom für milde Winter in Europa wie auch erträgliche Sommerperioden. Ein Zusammenbrechen des Golfstromes würde zu einer neuen Eiszeit in Europa führen mit all ihren negativen Begleiterscheinungen. Seit 1972 ist die Qualität der Klimamodelle stetig gestiegen und den Wissenschaftlern gelingt es durch ausgefeilte Modelle und Annahmen das zukünftig zu erwartende Klima immer genauer und besser vorherzusagen. Dennoch bleibt ein hohes Maß an Unsicherheit. Daher hat man die 2-Grad-Regel ausgegeben. Um globale Kipppunkte im Klima zu vermeiden und um überhaupt ein lebenswertes Dasein für die Menschheit auch für zukünftige Generationen zu sichern, muss die globale mittlere Lufttemperatur unbedingt in gewissen Grenzen gehalten werden. Auf Grund neuerer Klimavorhersagen wird deutlich, dass selbst bei einer Erhöhung von 2 Grad die Auswirkungen auf das Leben auf unserem Leben so drastisch sind, dass es sogar zu Gebote steht, die globale mittlere Erderwärmung auf nur 1.5 Grad zu begrenzen.

In der Industrie und bei Investoren sieht man die drohende Entwertung der Werte, die in Bezug auf fossile Brennstoffe in Kraftwerken, Autos und Fabriken gebunden sind, mit Besorgnis, was die Widerstände in der Wirtschaft und den schleppenden Ausbau von klimafreundlichen Technologien teilweise erklärt. Allerdings wurde bereits Ende 2016 bei Bloomberg berichtet, dass es einen deutlichen Wendepunkt gibt, was die Kostensenkung bei CO2-freien Energien angeht. In den USA ist Sonnenenergie mittlerweile die billigste Form der alternativen Stromerzeugung und Kohle ist kein sinnvoller Energieträger mehr. Die vielfach hochgelobten CO2-neutralen Biokraftstoffe sind allerdings problematisch, wenn dafür riesige Flächen an Urwäldern in Indonesien oder Brasilien abgeholzt werden, nur um stattdessen gigantische Monokulturen aus Mais oder Palmöl anpflanzen zu können.

Die steigende Verbrauchsrate der Menschheit hat massive Veränderungen in der Atmosphäre und Biosphäre verursacht. Wir befinden uns in der sechsten Artensterbewelle, allein durch uns Menschen verursacht. Der Verlust an Biodiversität ist groß. Der Markt allein kann es nicht richten. Wir benötigen einen schnellen Crash-Plan und müssen handeln.

Der technologische Fortschritt und seine Begleiterscheinungen

Durch technologischen Fortschritt haben wir die Natur um uns herum transformiert. Der Wissenschaftsglaube und die empirische Denkweise dominieren im Westen spätestens seit der Aufklärung, die den linearen rationalen und wissenschaftsorientierten Verstand über die intuitive, ganzheitliche und organische Denkweise setzte, durch die sich der Mensch in der Antike noch als Teil der Natur empfand und nicht als von ihr abgetrennt. Das Prinzip eines in der Welt wirkmächtigen Gottes, der im Prinzip in der Lage wäre das Weltgeschehen zu beeinflussen, wurde wegen der Möglichkeit einer mechanistischen Beschreibung aller physischen Vorgänge als vollständig überflüssig erachtet oder durch das Bild eines weltfernen kosmischen Prinzips ersetzt, während der Mensch als vermeintliche Krone der Schöpfung über diese zu gebieten habe. In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts begann eine allmähliche Rückbesinnung, als man erkannte, dass auf der subatomaren Ebene, d.h. im Rahmen der Quantenmechanik, der Geist und das Bewusstsein selbst und damit die Verbindung zwischen Geist und Materie eine tragende Rolle spielen und im Prinzip alles mit allem verbunden ist und unsere Auswirkung auf die Natur letztlich wieder auf uns selbst zurückwirkt. Es wurden vereinzelt Parallelen zu östlichen Mystiken wie dem Hinduismus, dem Buddhismus oder dem Taoismus gezogen, wo man seit jeher die Welt als zutiefst organisch und ganzheitlich empfindet und sich weniger auf den rationalen Verstand konzentriert, sondern Erleuchtung über einen Prozess der unmittelbaren Erfahrung im Gefühl des Einsseins mit dem Alleinen zu erlangen sucht wie z.B. über meditative Techniken oder Körpererfahrungen wie Yoga in Indien oder Tai Chi in China. Diese Einsicht ist allerdings bisher noch nicht in den allgemeinen Wissensschatz eingedrungen, sondern wird durch den herrschenden Materialismus verbunden mit einem kritiklosen Reduktionismus, der in der modernen westlichen Kultur vorherrscht, kategorisch geleugnet. Es überwiegt nicht erst seit den 1970er Jahren ein expansiver, invasiver und konkret wettbewerbsorientierter Lebensstil, der den Menschen als eine von der Natur abgelöste Kreatur ansieht, und sein Ziel darin sieht diese als eine von einem weltfernen Gott dargebotene Schöpfung und ihre wertvollen Gaben für eigene Zwecke und kurzfristige Ziele schamlos auszubeuten, ohne die Folgen auf sich und die Nachwelt zu bedenken.

Die Wirtschaft als tragende Säule trug das ihrige dazu bei. Während nämlich seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts und nach dem zweiten Weltkrieg die richtigen Lehren aus der Weltwirtschaftskrise gezogen wurde, wurden die Stellschrauben sukzessive zurückgedreht. Der Dollar als Ankerwährung wurde nach Bretton Woods ersetzt durch flexible Landeswährungen, die seitdem sehr volatil sind, und in der Reagan- und Thatcher-Ära in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde der Finanzmarkt drastisch dereguliert. Der in der angelsächsischen Welt einsetzende Monetarismus und Liberalismus mit dem Irrglauben, dass der Markt allein es richten werde, hat dazu geführt, dass der Finanzsektor die führende Rolle übernahm und das Denken und Wirken in der Wirtschaft dominierte. So erreichte zum Beispiel 2010 der Umsatz internationaler Finanztransfers die Höhe von 4 Billionen USD pro Tag, Derivate nicht mitgezählt. Der Umsatz von grenzüberschreitenden Gütern und Dienstleistungen betrug hingegen nur 2% dieses Umsatzes. Durch die geldschöpfende Funktion der Banken hat sich das Finanzvermögen gegenüber der Realleistung seitdem extrem aufgebläht. Da in der Logik der Finanzindustrie Kapital als treibendes Element gilt und vermehrt wird, indem es in renditeträchtige Verwendungen investiert wird, wurden die reichsten Menschen dabei noch reicher, während Reallöhne stagnierten und die Mittelschicht erodierte. Das reichste 1% der Menschheit oder, noch abscheulicher, die reichsten acht Menschen der Welt besitzen so viel Reichtum wie die gesamte ärmste Hälfte der Weltbevölkerung. Der Wert der Finanzprodukte ist vom 4-fachen des BIP im Jahr 1980 auf das 10-fache des BIP im Jahr 2007 gestiegen. Der Anteil des Finanzsektors an der gesamten Wirtschaftsleistung wuchs von 10% auf 40%. In den USA und anderen OECD-Ländern hat sich der staatliche und private Schuldenstand von 1980 bis 2007 glatt verdoppelt. 25% der weltweiten Treibhausgase werden von den reichsten 1% Amerikanern produziert. 10% der reichsten Haushalte der Welt tragen zu 45% der Gesamt-Treibhausgasemissionen bei.

Im Zuge der Entwicklungen in der Digitaltechnik und der Nutzung digitaler Medien wie Smartphones als Lifestyle-Produkt ist der Informationstransfer zwischen verschiedensten Teilen der Welt sehr erleichtert worden. Durch die Nutzung sozialer Medien ist der Einfluss der Printmedien, Radio- oder TV-Kanäle, die bisher die Meinungsbildung bestimmten, deutlich zurückgegangen. Das Primat der Vernunft wurde ersetzt durch schnelle, unkontrollierte Meinungsäußerung auf Twitter oder in sozialen Medien, wo Dummheit zur Maxime erhoben wird mit Verweis auf "Fake News", alternative Fakten oder postfaktische Zeiten, in denen Gewissheiten verschwimmen oder zu einem üblen Gebräu verrührt werden und die offenbar auf viele Menschen ansteckend wirken. Seitdem erstarken populistische und protektionistische Strömungen in verschiedenen Ländern, die die seit dem zweiten Weltkrieg errungenen Fortschritte auch auf politischer Ebene wieder rückgängig machen wollen, auch was die Zusammenarbeit in den Vereinten Nationen angeht, die als Reaktion auf die vergangenen zwei Weltkriege gebildet wurden. Die demokratischen Prinzipien sollen dabei ausgehöhlt und sukzessive durch nationalstaatliche Bestrebungen ersetzt werden. Anstatt gemeinsam an den großen Problemen der Menschheit zu arbeiten, dominiert allenthalben das Recht des Stärkeren und jeder Regierungschef meint auf der Weltbühne nur die Interessen der eigenen Bevölkerung durchsetzen zu müssen, nicht zuletzt durch Ausübung von Gewalt. Angesichts der Komplexität des Welt- und Naturgeschehens ist man eher gewillt, sich auf die eigene bekannte Scholle zurückzuziehen, Probleme auszublenden oder sie komplett zu ignorieren und stattdessen einfache Lösungen anzubieten. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung ist gut zu verstehen und sucht sich nur ein für sie geeignetes Ventil. Anstatt die Probleme jedoch konstruktiv anzugehen, werden sie durch unbedachtes Handeln nur verschlimmert.

Die Chance für eine prosperierende Zukunft für alle ist da. Angesichts der vielen Gewalt in der Welt, des schwelenden Terrorismus in vielen Teilen der Welt und der ökologischen und ökonomischen Schwierigkeiten kann man aber leicht die Hoffnung verlieren und den Mut sinken lassen. Es ist fraglich, ob alle Führungskräfte der Welt, nicht nur die Führer der einzelnen Länder, sondern auch die CEO's weltumspannender oder größerer Unternehmen, allmählich beginnen zu verstehen, was auf dem Spiel steht und entsprechend reagieren. Es geht um nichts geringeres als die Zukunft der Menschheit. Jeder, auch die einzelnen Bürger*innen sind gefragt. Da wir so wie bisher nicht weiterkommen, ist nichts weniger nötig als eine neue Aufklärung. Alle müssen mithelfen, sich engagieren, Druck machen auf die Politik. Nur gemeinsam werden wir es schaffen, damit unsere Enkel von uns einen gesunden Planeten Erde erben und es eine lebenswerte Zukunft für alle sein wird!

Leere Welt vs. volle Welt

Wichtig zu sehen ist, dass wir aus dem Paradigma einer leeren Welt, in der die Ressourcen unermesslich schienen und es viel freies und unbekanntes Land gab, in das Paradigma einer vollen Welt geraten sind, in der die Ressourcen sich allmählich erschöpfen und unser Wachstum auf natürliche planetarische Grenzen stößt. Viele meinen den Faktor Mensch gegen den Faktor Natur austauschen zu können. Doch können wir wirklich einen Zehn-Pfund-Kuchen mit nur einem Pfund Zutaten einfach durch die Verwendung von mehr Köchen und Öfen produzieren? Nach dem Gesetz von der Erhaltung von Masse und Energie (erster Hauptsatz der Thermodynamik) in einem geschlossenen System muss man der Natur zwangsläufig Stoffe und Energie entziehen und verkleinert dadurch deren Potenzial. Mehr menschliche Wirtschaft bedeutet weniger natürliche Umwelt. Es besteht ein Konflikt zwischen Wirtschaft und Umwelt. In  einer vollen Welt gibt es auch keine natürliche Senke für Abfälle, die aus negativen Externalitäten resultieren, wie sie von Ökonomen beschönigend genannt werden. In einer vollen Welt werden solche Externalitäten nicht einfach absorbiert, sondern schädigen Menschen und den Planeten gleichermaßen. Nach dem zweiten Satz der Thermodynamik nimmt die Entropie ständig weiter zu. Aus Stoffen mit niedriger Entropie (komplexe Struktur) werden zwangsläufig hoch entropische (d.h. degradierte) Abfälle, die wieder zurück in die Ökosphäre gelangen. Man spricht von dissipativen Strukturen. Die Aufrechterhaltung dieses Ressourcen-Durchsatzes, der zwangsläufig irgendwann enden muss, verursacht an beiden Enden Kosten, die für die Produktion, Wartung und Reproduktion des Bestandes von Menschen und Reichtum unausweichlich sind. Dieses Prinzip macht nur solange Sinn, wie der marginale Nutzen der zusätzlichen Wirtschaftsdienstleistungen den Grenzkosten der geopferten Ökosystemleistungen entspricht. Jenseits dieses Optimums ist das Wachstum unwirtschaftlich. Es gibt also nicht nur eine planetarische, sondern auch eine ökonomische Wachstumsgrenze, jenseits der der Aufwand, um mindestens den Status Quo zu halten, immer weiter zunimmt. Wir bezahlen dabei die Ordnung und Struktur der Wirtschaft mit Unordnung und Zerstörung der Ökosphäre. Wir müssen lernen, unseren Wohlstand massiv vom Naturverbrauch abzukoppeln. So ist fast die Hälfte der fruchtbaren Böden in den letzten 150 Jahren verschwunden, 90% der Fischbestände sind überfischt oder einfach weg, die tropischen Regenwälder als die "Lungen der Welt" werden für schnellen Profit abgeholzt, viele Arten, Pflanzen und Tiere, die nicht mal bekannt sind, sterben aus, die Biodiversität der Natur nimmt drastisch ab. Menschen und ihre Nutztiere machen etwas 97% des Körpergewichts aller lebenden Landwirbeltiere auf der Erde aus. Nur 3% des Wirbeltierkörpergewichts umfassen den Rest wie Elefanten, Kängurus, Vögel, Reptilien und Amphibien.

Politik und Gesellschaft beugen sich dem Druck der Privatwirtschaft und dem Diktat der Finanzmärkte. Auch die Jugend richtet sich im Status Quo ein. Angesichts einer ständigen Reizüberflutung mit Nachrichten über Probleme und Gewalt in der Welt oder wegen Arbeitslosigkeit, allgemeiner Perspektivlosigkeit und Armut, stumpft sie regelrecht ab und nimmt die Probleme der Welt, wenn überhaupt, nur als eine Art unvermeidbare "Randstörung" wahr. Anstatt sich aktiv zu engagieren, plant sie beinahe schon mit dem Unvermeidbaren.

Wir befinden uns in einer massiven kulturellen, politischen und moralischen Krise der Demokratien, Ideologien und nicht zuletzt des herrschenden Kapitalismus, in der es nur um schnellen Profit, Gewinnmaximierung und die Maximierung des eigenen Wohls geht. Wir müssen unsere ökonomische Theorien an die volle Welt anpassen. Wir dürfen nicht nur Externalitäten berücksichtigen, sondern müssen die ganze Einstellung, die Prioritäten und Anreizsysteme aller Zivilisationen auf diesem Planeten verändern. Das Geld, das Wissen und die Technologien sind da. Wir brauchen eine rasche Lernkurve bei Solar- und Windenergie und in der Speichertechnik. Notwendig sind eine schnelle Kostensenkung für CO2-freie Energie sowie Treibhausgassteuern und Zölle für Länder, die sich nicht anschließen wollen.

Wir müssen auch vom BIP-Irrtum loskommen. Das BIP (Brutto-Inlands-Produkt) ist zwar in bestimmter Hinsicht ein Indikator für bezahlte Arbeitsplätze, aber unterscheidet nicht zwischen wohlfahrtsverbessernden und wohlfahrtsmindernden Aktivitäten. Auch werden Aktivitäten einfach ausgelassen, die zwar die Wohlfahrt mehren, aber nicht in Geld gemessen werden. So steigert zum Beispiel die Beseitigung einer Ölpest, der Wiederaufbau nach verheerenden Umweltschäden, Wirbelstürmen oder Überflutungen oder Drogenkriminalität wie auch Prostitution das BIP. Häusliche Pflege durch Angehörige oder das ehrenamtliche Mitwirken in Vereinen hingegen nicht. Die Korrelation zwischen dem BIP als wertmäßige Größe und dem physischen Grundumsatz bzw. Ressourcen-Durchsatz ist ziemlich hoch. Eine Entkopplung ist dringend nötig. Dazu ist Entwicklung notwendig, die auf weniger Wachstum basiert. Es sollte nicht so sehr um Wachstum gehen, sondern um nachhaltige Entwicklung. Eine Entkopplung der Produktion von Gütern und Dienstleistungen von nicht nachhaltigem Naturverbrauch und eine eher qualitative Verbesserung der menschlichen Verhältnisse und Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse ohne quantitative Erhöhung des Ressourcendurchsatzes steht zu Gebote. Ein Übergang zu einer nachhaltigen Entwicklung verlangt eine neue Denkweise und eine andere politische und zivilisatorische Philosophie in der gegenwärtig vollen Welt. Das Mantra der Politik nach ständigem Wirtschaftswachstum ist eine leere Worthülse. Das BIP sagt gar nichts darüber aus, wie es um die Wohlfahrt der Menschen und der Natur bestellt ist.

Was sind die größten Herausforderungen?

In den Vereinten Nationen wurden im Rahmen der Agenda 2030 drei Monate vor der Pariser Klimakonferenz 17 Nachhaltigkeitsziele, die sogenannten SDG's ("Sustainable Development Goals") sowie 169 Unterziele zur Präzisierung der SDG's formuliert und verabschiedet. Jedoch gibt es Widersprüche zwischen sozioökonomischen und ökologischen SDG's. Sollen die Ziele global auf der Grundlage konventioneller Wachstumsstrategien erreicht werden, ist es praktisch unmöglich, gleichzeitig die Geschwindigkeit der globalen Erwärmung zu reduzieren, die Überfischung der Ozeane oder Landverschlechterung zu stoppen, geschweige denn den Verlust der Biodiversität aufzuhalten. Nicht die Armut, sondern der Wohlstand ist der eigentliche "Verschmutzer".

Im Pariser Klimaschutzabkommen im Dezember 2015 haben sich alle teilnehmenden Länder darauf geeinigt, die Treibhausgasemissionen stark zu reduzieren, um den Klimawandel aufzuhalten. Dafür muss die Kohlenstoffintensität der Weltwirtschaft um mindestens 6.2%/Jahr, besser 10% jährlich, reduziert werden. Faktisch waren es aber zwischen 2000 und 2013 nur durchschnittlich 0.9% jährlich. Das 1.5-Grad-Ziel ist so nicht einzuhalten. Es ist zu erwarten, dass unter den jetzigen Bemühungen schlimmstenfalls eine Erhöhung um 3 Grad oder bis zu 4 Grad möglich sein kann. Dann würden aber bestimmte Kipppunkte erreicht und die Ergebnisse wären verheerend. Darauf zu setzen, dass wir später mit bestimmten Technologien im Rahmen von Geo-Engineering wie z.B. CCS ("Carbon Capture and Sequestration") oder biogener BECCS durch großflächige Pflanzen- und Bodenveränderung den Zustand wieder rückgängig machen können, ist illusorisch. Dazu wäre die Größenordnung für diese Maßnahmen einfach zu immens, um effektiv zu arbeiten.

Die Wirtschaft ist disruptiv, d.h. die Entwicklung vollzieht sich in Schüben mit diskontinuierlichen Übergängen. Zur Zeit befinden wir uns in der digitalen Revolution. Innovationen und neue Technologien sind durch die Digitalisierung in rasanter Entwicklung begriffen. Sie verändern Prozesse und erschüttern Märkte. Allerdings die Hoffnung auf Null-Grenzkosten, oder das Vertrauen auf das Aufkommen der Sharing-Economy sind ökologisch und ökonomisch fragwürdig. Was passiert z.B. mit all den Schadstoffen, wenn jeder einen 3D-Drucker bei sich zu Hause hat? Oder wer investiert in neue Technologien, wenn nur wenige Menschen die Produkte nachfragen? Auch der sogenannte Rebound-Effekt kann mögliche Effizienzsteigerungen konterkarieren, indem einfach mehr von den entsprechenden oder anderen, nicht weniger die Natur belastenden Produkten nachgefragt wird und dadurch der Einsparungseffekt wieder zunichte gemacht wird. Die Entwicklung der Technologie ist exponentiell. Visionäre wie Ray Kurzweil von Google erkennen schon eine Singularität am Horizont oder einen Punkt Omega, bei dem wir als Menschheit von einer von uns selbst erzeugten Art von Super-Intelligenz abgelöst werden. In der Tat beherrschen wir aktuell neueste Techniken zur künstlichen Veränderung oder Mutation von Erbsubstanz von Pflanzen, Tier und Mensch. So sind einfache Bio-Hack-Labore für den Heimgebrauch bereits jetzt schon Realität. Die unbedachte Verbreitung von "Gen Drives" durch Veränderung des Erbguts von Nutzpflanzen oder die Herstellung von Super-Bugs, die einen großen Teil der Menschheit auslöschen könnten, sind möglich. Die allgemeine Moral und Verantwortlichkeit der Menschheit hinken wie so oft dem technologischen Wandel hinterher. Wir brauchen daher unbedingt eine neue Aufklärung gerade für die Wirtschaft. Der Wandel im Umfeld ist enorm. So gehen durch die Digitalisierung Arbeitsplätze verloren. Nur an den Rändern, unter Einsatz von Billiglöhnen oder von hochbezahlten MINT-Fähigkeiten ("Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik"), entstehen viele neue Arbeitsplätze. Eher traditionelle Arbeitsplätze gehen im Zuge der Digitalisierung wohl verloren. Trotz all der guten Effekte, die wir der Digitalisierung zuschreiben, ist der ökologische Effekt eindeutig negativ. Kritisch ist die exponentielle Zunahme der Nutzung von Energie, Wasser und einigen Ressourcen an Spezialmetallen und seltenen Erden.

Auch ein neues weltweites Moratorium für den Bau neuer Nuklearwaffen ist nötig. So wird schon an neuen und effektiveren Waffen für den taktischen Einsatz geforscht. Die Gefahr eines Atomkriegs ist durchaus nicht gebannt. Es sind immer noch mindestens 2000 Atomwaffen ständig einsatzbereit, die nur auf einen Startbefehl warten. Das ist ein großes Problem, gerade wegen fehlender Moral und instabiler Zustände in den Regierungen der Supermächte.

Die Überbevölkerung der Menschheit ist ein weiteres und wenn nicht das größte Problem. Gerade in armen Ländern, wo der medizinische Fortschritt und die Bildung der Frauen gering und die Kindersterblichkeit hoch sind, werden Kinder als Zukunftssicherung und eine Form von Altersversorgung quasi auf Vorrat gezeugt. Doch wo wollen die ganzen Menschen leben? Von was sich ernähren? Was sollen sie arbeiten, um beschäftigt zu sein, um nicht auf dumme Gedanken zu kommen und einen Mehrwert für die Menschheit zu schaffen? Zudem wird der ökologische Fußabdruck der vielen Menschen immer größer werden, wenn viele Schwellenländer den Weg der reichen Industrienationen gehen wollen. In den Entwicklungsländern liegt die Zahl der Geburten pro Frau oft noch zwischen vier und acht. Zum Ende des 19. Jahrhunderts gab es auch in den Industrieländern einen großen Bevölkerungsüberschuss, der durch Auswanderung in freie Besiedlungsgebiete und die Eroberung von Amerika, Afrika oder Australien abgefedert wurde. In einer vollen Welt gibt es freie Besiedlungsgebiete aber nur noch in sehr begrenztem Ausmaße. Zudem birgt die damit verbundene Asyl- und Flüchtlingsproblematik durch die zunehmende Migration auf Grund des Klimawandels, von Armut oder Verfolgung sozialen Zündstoff. Die EU war bisher ein Garant für Frieden, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte, das kulturelle Miteinander, Nachhaltigkeit und natürlich auch des freien Binnenmarktes. Durch das Erstarken rechtspopulistischer Kräfte ist die Gewaltenteilung, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie in vielen europäischen Ländern aber verstärkt in Gefahr geraten. Zudem entwickeln einige Migranten eine Tendenz zur Ausübung von Gewalt, die sich in Hoffnung auf ein besseres Leben auf den Weg gemacht haben, aber oft durch unserem liberalen und toleranten westlichen Lebensstil desillusioniert werden, der vielfach im Widerspruch steht zu den Gewohnheiten in ihren Herkunftsländern, insbesondere was die Trennung von Religion und Staat und die Rolle der Frau innerhalb der Gesellschaft angeht. Vielfach driften gefährdete Jugendliche aus Frust in religiöse Parallelwelten ab und werden dabei leichte Beute für Radikalisierer, die ihnen als Gegenleistung für die Ausübung von Gewalt gegen Unschuldige im Rahmen einer sehr einfachen Welterklärung einen vermeintlichen Platz im sogenannten Paradies versprechen.

Viele Menschen zieht es in die großen Städte. Städte sind für Menschen populär auf Grund eines leichten Zugangs zu Jobs, Bildung, Unterhaltungsmöglichkeiten und medizinischer Versorgung. Sie sind Zentren der ökonomischen und politischen Macht und der sozialen Interaktion sowie der Produktion und des Konsums. Bis 2030 werden 60% der Weltbevölkerung oder knapp 5 Milliarden Menschen in Städten und ihren Vororten leben. Es gibt mehr als 300 Städte mit mehr als einer Million Einwohnern und 29 Megacitys mit über zehn Millionen Einwohnern, von denen 22 in Entwicklungsländern liegen. Die Urbanisierung hat aber auch ihre Kehrseiten: Der Pro-Kopf-Verbrauch an Energie und Rohstoffen und auch der entsprechende Abfall ist in der Stadt höher als auf dem Land. Mit dem Wohlstand aufstrebender Bevölkerungsschichten wächst auch der Wunsch nach Ruhe, weit weg vom Lärm und Trubel der Großstadt, so dass sich um die Städte Vororte bilden und durch Zersiedelung sich der Landverbrauch noch einmal intensiviert. Auch das notwendige Pendeln zum Arbeitsort ist ökologisch gesehen nachteilig.

Die gegenwärtig industriell betriebene Landwirtschaft hat ihre Schattenseiten. Das aktuelle Agrarsystem erzeugt Überschüsse, schädigt aber auch Böden, das Grundwasser und tötet nützliche Insekten und Pflanzen durch den Einsatz von giftigen Pestiziden und Herbiziden und schädigt dabei die Biodiversität und viele Ökosysteme mitsamt ihrer Beiträge für Natur und Umwelt und hat nicht zuletzt einen negativen Einfluss auf das Klima. Die industrielle Landwirtschaft produziert mit ihrem hohen Düngerverbrauch, dem Einbringen von toxischen Chemikalien und dem dabei unbeabsichtigten Töten von Milliarden von Insekten, Tieren und Pflanzen etwa 28% aller Treibhausgasemissionen. Die Zerstörung der Artenvielfalt und das Verschwinden von Arten hängt auch mit der Rodung von Wäldern und der Entwässerung von Feuchtgebieten zusammen. Die Landwirtschaft ist der Sektor, der sich aktiv ändern muss, wenn wir aus der aktuellen Umwelt- und Klimakrise herauskommen wollen. Kleinbauern in Entwicklungsländern werden zudem oft gegen ihren Willen von Investoren, Konzernen und Regierungen enteignet und große Agrarkonzerne übernehmen ihr Land und bauen dort bevorzugt große Monokulturen an, um die Arbeitsproduktivität der Landwirte und die Rendite der Saatgutanbieter zu erhöhen, was die Anwendung von vielen toxischen Chemikalien notwendig macht, um die Hochleistungskulturen gegen sich ständig anpassende Insekten oder Pflanzen zu schützen. Auch nicht nachhaltig ist der steigende Fleischanteil in der Ernährung. Fleisch erfordert in der Produktionskette einen bedeutend größeren Einsatz von Wasser und Energie im Vergleich zu Pflanzen oder Insekten mit vergleichbarem Nährwertgehalt.

Der von der WTO geförderte Freihandel sieht nationale Vorschriften in den einzelnen Ländern zum Schutz der Umwelt als Handelshemmnisse an. Die Handelsagenda wird von transnationalen großen Konzernen diktiert, denen es nur um Expansion von Produktion und Konsum und Umsatzwachstum geht. Ein Land, das sich zu wehren versucht, wird entweder gezwungen seine Gesetze zu ändern oder muss einseitig Handelssanktionen erdulden. In Europa gilt das Vorsorgeprinzip. Für die WTO müssen dagegen die Kläger einen Schaden beweisen, anstatt von der Industrie zu verlangen, ihrerseits die Unschädlichkeit nachzuweisen. Folge dieser Handelspraktiken und des Freihandels sind auch Export von Industrieproduktion ehemaliger Industrieländer in Schwellenländer, wo die Arbeitskräfte billig, die Steuern gering und die Regierungen nachgiebig sind. Per Definition hilft der Freihandel den Starken und schadet den Schwachen. Internationaler Handel ist gut, aber führt auch zur rascheren Niederlage schwächerer Mitspieler und hat negative Auswirkungen auf Gesellschaft, Umwelt und das Angebot öffentlicher Güter. Ökologische Fußabdrücke werden gerne in den Süden exportiert. 30% aller Gefährdungen von biologischen Arten sind auf den internationalen Handel zurückzuführen.

Die großen monotheistischen Religionen wie das Judentum, das Christentum und der Islam rechtfertigen mit ihrem Dogma die Vorherrschaft des Menschen über die Natur und deren Urbarmachung mit fehlendem Respekt vor der Größe der planetarischen Vielfalt und der wirkenden Zusammenhänge zwischen den Arten. Der Satz "Seid fruchtbar und mehret euch, füllet die Erde und machet sie euch untertan" kann im Fall einer vollen Welt nicht mehr gelten. Diese Doktrin hat ihre speziellen Nebenwirkungen wie ständige militärische Konflikte, das Entstehen politisch-religiöser Eliten, die Unterdrückung von Frauen sowie Intellektuellen und bedeutet im Kern eine lernunfähige Dogmatik. Der Ursprung der großen Religionen liegt ohne Zweifel in der leeren Welt.

Es ist nicht akzeptabel, dass Selbstsucht und Gier weiterhin positive soziale Wertschätzung als angebliche Triebkräfte des Fortschritts genießen. Fortschritt kann sehr wohl auch in einer Zivilisation gedeihen, die Mutter Erde und künftigen Generationen Solidarität, Demut und Respekt entgegenbringt.

Icon "Wir sind dran" - Vortrag von Dr. Claus Gößling im Lionsclub in Herdecke über die wichtigsten Thesen des Buches (4,3 MB)

(Dieser Artikel hat kurz die Thesen des ersten Teils des Buches über die aktuelle Weltlage zusammengefasst. Für Teil 2 und Teil 3 mit Vertiefung und Lösungsmöglichkeiten sei auf die Lektüre des angesprochenen Buchtitels verwiesen).